Lebensgefahr am größten Gletscher Europas – Wer die Warnschilder ignoriert, ist selber schuld. Wir konnten einfach nicht widerstehen, doch das Abenteuer lohnte sich

Es sollte eines unserer letzten Highlights in Norwegen werden. Und das wurde es auch. Unsere letzte Wanderung sollte an den Gletscherseitenarm ‚Briksdalsdeen‘ gehen, der berühmteste von 50 Seitenarmen des Jostedalsbreen. Dieser wiederum ist mit gewaltigen 487.000 Quadratkilometern der größte Gletscher Europas. Wer die Schilder ignoriert, ist selbst schuld. Aber wir konnten einfach nicht widerstehen.

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Die einfache Wanderung zum Gletscher ist gut beschildert und gerade mal drei Kilometer lang. Bis zum Gletschersee der Gletscherzunge sind es gerade mal ca. 150 Höhenmeter die wir zu überwinden hatten. Weit und breit war keine Menschenseele zusehen während wir umzingelt waren von gigantischen Bergen. Als wir am 420 Meter langen Gletschersee angekommen sind, konnten wir auf der linken Seite des graugrünen Sees noch ziemlich weit bis zur Gletscherzunge vor laufen, bevor uns ein Warnschild das Weitergehen untersagt hat. Der Gletscher ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen, deswegen war er noch ziemlich weit von uns entfernt. Dem langen Trampelpfad hinter dem Warnschild nach, waren wir nicht die Ersten, die das Warnschild ignoriert haben.

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Wir wanderten also noch ein Stück, jedoch nur so lange wir uns auch sicher fühlten. Als wir nicht mehr weit vom Gletscher entfernt waren, donnerte es plötzlich so laut, dass ich vor Schreck aufschrie. Als ich dann aufsah, spürte ich die gewaltige Kraft des Gletschers und wir fühlten uns plötzlich ganz klein. Ich konnte beobachten, wie sich das Eis an einigen Stellen gespaltet hat und sich ein Teil des Gletschers gelöst hat. Und das passierte unmittelbar über unseren Köpfen. Ich starrte zu Adi und seinem Blick nach, stimmte er mir zu, dass wir hier schnell abhauen sollten. Wir kletterten ein kleines Stück herunter bis uns ein gewölbter Felsen Schutz bot. Wenn eine Gletscherlawine folgt, wäre sie wahrscheinlich über den riesigen Felsen hinweggeprescht. Unsere Herzen pochten und Adrenalin schoss in unsere Adern. Wir warteten kurz ab, bis wir uns trauten einen kleinen Blick nach oben zu erhaschen. Es hat sich eine kleine Lawine ausgelöst, die zu unserer Freude, nicht in unsere Richtung verlief.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir beschlossen mit rasenden Herzen so schnell wie möglich wieder runter zu laufen. Weiterhin befand sich weit und breit niemand im National Park. Im Herbst ist hier scheinbar tote Hose, was wir bisher wirklich genossen hatten. Am Gletschersee in Sicherheit angekommen, konnten wir uns das Lachen nicht verkneifen. Das hätte wirklich böse enden können, das war uns bewusst. Dafür haben wir einen kleines Abenteuer mehr zu erzählen. Alles in einem ist die abwechslungsreiche Wanderung zum Briksdalsbreen sehr zu empfehlen, man sollte jedoch die Schilder beachten, wenn wenn man auf Nummer sich gehen will.

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11 Gedanken zu “Lebensgefahr am größten Gletscher Europas – Wer die Warnschilder ignoriert, ist selber schuld. Wir konnten einfach nicht widerstehen, doch das Abenteuer lohnte sich

  1. waehlefreude schreibt:

    „Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“ (Erich Kästner)

    Es konnte Euch nichts passieren; was wäre sonst aus dem Beitrag geworden? 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

    Gefällt 1 Person

  2. Paleica schreibt:

    ich hätte wohl fast einen herzinfarkt vor schreck gekriegt. zum glück ist alles gut gegangen! aber hin und wieder muss man etwas ausprobieren und hoffen, dass man glück hat ^.^

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