‚Ich kündige!‘ Zwei Worte, die mein komplettes Leben verändern

Wie viele von euch sind unzufrieden im Job? Glaubt man den Statistiken, sollten es eine ganze Menge sein. Ich bewundere die Menschen, die ihren Beruf mit voller Leidenschaft ausüben. Bei mir ist das bisher nicht der Fall. Jeden morgen quäle ich mich aus dem Bett und frage mich jeden Tag aufs Neue: Warum tue ich mir das an?

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Als ich noch jung war wollte ich Menschen helfen. Kreativ sein oder schöne Dinge herstellen. Ganz viel draußen sein und etwas Sinnvolles tun. ‚…wenn ich mal groß bin!‘ Heute sitze ich Tag für Tag vor zwei Bildschirmen und klicke auf meiner Maus herum. Vierzig Stunden die Woche. Für einen Konzern, bei dem der Vorstand nichts von meiner Existenz weiß, geschweige mich jemals gesehen hat. Von Kreativität oder sozialem Engagement keine Spur. Obwohl ich erst seit knapp einem Jahr hier bin, kommt es mir vor wie eine Ewigkeit. Wie konnte das bloß passieren? Wie bin ich hier bloß herkommen?

Es sind noch 51 Arbeitstage bis es vorbei ist. 51 mal muss ich mich noch zur Arbeit quälen und einen Job machen, den ich nicht leiden kann. Aber das ist ok. Denn das Ende ist in Sicht.

Vor wenigen Tagen habe ich meinen Job gekündigt. Ich konnte es kaum abwarten, endlich das loszuwerden, was ich schon so lange auf dem Herzen hatte. Die magischen zwei Worte: ‚Ich kündige!‘ Zurvor habe ich mir tausendmal das Szenario des Gesprächs mit meiner Chefin vorgestellt. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Sollte ich es dramatisch oder eher bescheiden machen? Vielleicht sogar vor den Kollegen? Oder sollte ich meine Kündigung einfach auf den Tisch legen und mich schnell wieder an meinen Schreibtisch setzen und abwarten was als nächstes passiert?

Zugegeben: meine Teamleiterin hat es mir leicht gemacht. Eine sehr nette Frau ist sie. Mit Ihren 35 Jahren hatte sie in der Vergangenheit immer ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter und setzt sich für sie ein, sofern es in ihrer Macht macht steht. Innerhalb eines großen Konzerns gibt es allerdings wenig Spielraum für Kreativtät und die Regeln sind klar definiert. In einem Mitarbeitergespräch lobte sie mich hoch in den Himmeln hinaus. Sie bezeichnete mich sogar als ‚Überflieger‘. Das schmeichelte mir natürlich, aber ich ließ mich nicht ablenken. Was als nächstes kam, bestätigte meine Entscheidung zu kündigen erneut.

Für 2017 wird es eine Zielvereinbarung geben. Mein Atem stockte plötzlich. Klar, viele Unternehmen haben Zielvereinbarungen, aber dass das jemals auf uns zukommen wird, hätte ich nicht gedacht. Mit Zielvereinbarungen verbinde ich Druck, Konkurrenz, Ellenbogen von rechts und links und eine schreckliche Arbeitsatmosphäre. Alle Mitarbeiter sollen schneller arbeiten. „Das setzen wir uns ‚gemeinsam‘ als Ziel.“ In einer vorgefertigten Power Point Präsentation zeigte Sie mir, dass Kundengespräche und Kundenmails von nun an eine bestimmte Bearbeitungsdauer haben sollten. Am Ende des Jahres gibt es dann eine große Auswertung. In dieser soll man sehen, wer diesem Tempo gewachsen ist. „Das ist ganz normal. Alle großen Firmen haben das mittlerweile.“ fügte sie hinzu. Mir fehlten die Worte. An Ihrer Stimme erkannte ich, dass sie ihren eigenen Worten selbst nicht ganz glaubte. In Ihrer Position hatte sie jedoch keine Wahl. Entweder sie spielt mit oder sie fliegt. Und genauso wird es mir ergehen, wenn ich nicht selbst die Notbremse ziehe. Und da war er. Der perfekte Moment. „Ich kündige!“ Es hätte wohl keinen besseren Moment geben können.

Adi und ich wollen im April weiterreisen. Kanada ist unsere nächste Station. Natürlich ist man mutiger nach einer Kündigung. Und wer träumt nicht davon, dem Chef mal richtig seine Meinung zu sagen? Man hat ja nichts mehr zu verlieren. Ich sagte ihr also, dass ich nichts von der Zielvereinbarung halte und dass ich froh bin, dass ich gehe und damit nichts zu tun haben werde. Sie nickte und stimmte mir stumm zu. Ich habe mir geschworen, nie wieder meine Zeit bei einen Job zu verschwenden, bei dem ich unglücklich bin. Um mir selbst treu zu bleiben, war das der richtige Weg. Das Gefühl, das diese Entscheidung auslöste, war es allemal wert. Ich fühlte mich erleichtert und frei. Das ist der Anfang eines neuen Lebens.

Jeder von uns hat jeden Tag aufs neue die Wahl. Jeden Tag entscheiden wir uns erneut für das Leben, das wir derzeit leben.

Klar, im Selbstbetrug bin ich spitze. So oft stehe ich vor meinen Aufgaben und weiß nicht was zu tun ist. Denke ich zu viel über die Dinge nach? Im Schönreden und Ausreden finden, kann mir keiner was vormachen.Vielleicht nehme ich mir einfach zu viel vor. Und an Ende schaffe ich davon zu wenig. Vielleicht sollte ich mich mehr einbringen. Ich würde mich gerne trauen mehr zu sagen, doch bleibe ich so oft stumm. Meine Liste ist wirklich unheimlich lang und ich würde gerne so viel tun. Doch weiß ich jetzt schon, dass ich in meinem Leben nicht alles schaffen kann. Also fang ich gar nicht erst an? Ich verschiebe alles auf später. Und beobachte erstmal was passiert. Vielleicht ergibt sich ja was. Bis zum nächsten Wochenende, bis zum nächsten Urlaub. Und so wird alles aufgeschoben. Wer kennt das nicht? Und an Neujahr stelle ich wieder fest, dass alle guten Vorsätze wieder einmal nur heiße Luft waren. Tolle Vorsätze hatte ich: Ich wollte doch mehr Sport machen, mich gesünder ernähren, ein Musikinstrument lernen, früher aufstehen. Mein Leben beleben und meine Träume angehen. Und dann stelle ich Jahr für Jahr fest, dass sich wieder der Alltag einschleicht. Und wieder warte ich einfach nur ab. Aber ich bin doch jung und habe noch so viel Zeit, rede ich mir dann immer ein.

Wir wollen keine Fehler machen und gleichzeitig keine Risiken eingehen. Das was wir besitzen, wollen wir natürlich auch nicht verlieren. Unsere Liste bleibt also ganz schön lang. Und wir machen Tag für Tag so weiter. Und eines Tages sind wir alt und grau und denken darüber nach, was wir alles hätte erleben können und welche verrückten Geschichten wir in unseren Tagebüchern stehen hätten.

Oft höre ich ältere Leute Geschichten erzählen, wie sie ‚fast‘ gelebt hätten und ‚beinahe‘ etwas gewagt hätten. Vielleicht reden wir genauso, wenn wir jetzt nicht aufwachen und aufstehen. Es gibt immer tausend Gründe, warum wir etwas nicht getan haben.

Das Leben ist kurz und so viel Zeit, wie wir glauben, haben wir nicht. Vielleicht werden wir irgendwann verstehen, dass wir damals nichts zu verlieren hatten und es einfach hätten wagen sollen. Das beste am Leben ist, dass man es selber wählen kann. Also lasst uns das Jahr 2017 richtig anpacken und unsere Träume verwirklichen. Lasst uns Geschichten schreiben und an uns selber glauben. Lasst uns die Person sein, die wir sein wollen.

 

 

64 Gedanken zu “‚Ich kündige!‘ Zwei Worte, die mein komplettes Leben verändern

  1. waehlefreude schreibt:

    Hallo und guten Morgen.

    Meinen letzten Job habe ich sausen lassen, mit den Worten: „Ich schaff´ das nicht.“

    Da war vielleicht was los! Eine Chefin aus guter alter DDR Tradition; per Seilschaft an diese Position gerückt.

    „Das Gespräch“; es war in einer Klinik für Herz- und Krebskranke, konnte man bis in den Eingangsbereich hören; mich nicht, aber Sie.

    Als die „Dusche“ vorbei war, erntete ich viele mitleidige Blicke der Patienten, die sich dort in einer Sitzecke aufhielten.

    Etwas komisch war mir schon; doch es ging wirklich nicht. Hauptgrund für mich das Handtuch zu werfen: Der lebensgefährliche Weg dorthin, mit einem verkehrsunsicheren Fahrzeug.

    Ein besseres wollte das Jobcenter nicht genehmigen. Es gab danach dann noch eine Auseinandersetzung, für die ich mir einen Anwalt nehmen mußte.

    In der Rückschau heute, war es das Beste, was ich tun konnte, ganz einfach ein klares
    „NEIN!“ zu setzen.

    Ich habe keinen Job mehr danach gefunden und bin nun in Rente; Grundsicherung.

    Eine weitere Arbeit hätte mich davon auch nicht befreit. Es war alles goldrichtig.

    Liebe Grüße,
    Frank

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    • Carochan schreibt:

      Hallo Frank,
      ich glaube, dass dir da wohl viele zustimmen. Vielleicht ist ‚Arbeit‘ einfach zu wichtig geworden in unserer Gesellschaft. Schön zu hören, dass du deine Entscheidung von damals nicht bereut hast 🙂

      Viele Grüße

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      • waehlefreude schreibt:

        Ja, es war wirklich genau richtig.

        Der Job in der Klinik sah sowohl auf dem Papier, wie auch im Vorgespräch ganz anders aus.

        In der Praxis hätte ich da nur eine ungeliebte, uneffektive Feigenblattfunktion für das Rennomee der Klinik und das Pseudogewissen der Kassen übernommen.

        Und es war dieser Winter, ein richtiger im Mecklenburgischen, im Februar.

        Und ich in einem klapprigen Golf, bei dem immer wieder das Licht ausging und bei dem die Türen nach der Arbeit zugefroren waren. Für jede Strecke, etwa neunzig Kilometer, einmal hin und einmal zurück habe ich jeweils etwa zwei Stunden gebraucht.

        Und das Jobcenter sah sich Außerstande mir ein verkehrstaugliches Fahrzeug zu ermöglichen…

        Da habe ich mir nach kurzer Zeit die Frage gestellt, ob ich denn wahnsinnig sei…

        Und so habe ich mein Haus da günstig verkaufen können und habe „Deutsch Sibirien“ den Rücken gekehrt.

        Und in Marsberg, wo ich jetzt lebe, geht es mir richtig gut.

        Liebe Grüße,
        Frank

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  2. Nadine schreibt:

    Hallo Caro,
    ich finde es ist eine sehr mutige Entscheidung, die du da getroffen hast. Ich selbst stecke leider auch in einem Job, in dem ich einfach nicht das machen kann, was mich erfüllt. Ich bin leider nicht so mutig wie du. Die Vorstellung kein geregeltes Einkommen zu haben macht mir einfach zu viel Angst.
    Aber ich versuche dafür in meiner Freizeit möglichst viele Dinge zu machen, die mich erfüllen und mir Spaß bereiten. Dieses Jahr habe ich mit Joga angefangen und nehme Klavierstunden (ein jahrelanger Traum von mir).
    Da ich selbst schon erleben musste, wie schwierig es ist überhaupt einen permanenten Job zu finden, bewundere ich dich umso mehr.
    Ich wünsche dir für die kommende Zeit und deine bevorstehenden Abenteuer alles Gute und hoffe, dass du deine Träume ein Stück weit realisieren kannst.
    Man weiß ja nie was die Zukunft so bringt und vielleicht bin auch ich irgendwann mutig genug, einen neuen Schritt zu wagen. In der Zwischenzeit freue ich mich an euren Abenteuern hier auf dem Blog teilhaben zu dürfen.
    Lieben Gruß Nadine

    Gefällt 6 Personen

    • Carochan schreibt:

      Hallo Nadine,
      danke für die lieben Worte. Es geht um die eigene Selbstverwirklichung. Und wenn das Klavierspielen ein jahrelanger Traum von dir war, bist du dem doch schon ein ganzes Stück näher gekommen! 🙂
      Viele Grüße aus dem verschneiten Bremen

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  3. 🔆Sigrid🔆aktiv60plus🔆 schreibt:

    Deinen Beitrag habe ich mit großem Interesse gelesen und verstehe deine Entscheidung voll und ganz. Mir hat meine Arbeit immer sehr viel Spaß gemacht. Zugegeben ich hatte das Glück, immer meinen Traumjob zu bekommen, auf den ich mich beworben habe – lange in der Musikbranche, später in einer mittelständischen Firma, noch später in einer Redaktion, wo jeder jeden kannte und die „Chefs“ auch jeden ihrer Mitarbeiter. Da hatte ich wohl Glück! Sowohl bei der Auswahl als auch mit Kollegen und Vorgesetzten. Und heute bin ich Rentnerin und habe mit dem heutigen Arbeitsstress nichts mehr zu tun.

    Ich wünsche dir, dass du irgendwann auch das Glück hast, deinen Traumjob zu finden, der dich ausfüllt, Spaß macht, gut bezahlt ist! Alles Gute, Sigrid

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  4. mydailypainting schreibt:

    wow! als freiberufliche musikerin habe ich zwar auch manchmal stress, und es gibt natürlich auch ellbogen und konkurrenzdruck.aber die „arbeit“ selbst mache ich gerne und empfinde sie als sinnvoll, zumindest für mich selbst. natürlich gibt es auch feedback von applaudierendem publikum. ich fühle mich privilegiert, auch wenn ich nicht weiß, ob es sich auch nächstes jahr wieder ausgeht. (kultur ist ja für die effizienz-gesellschaft nur als image-politur oder abschreibposten wichtig.) wenn ich deine zeilen lese graust mir richtig. das liest sich wie ein science fiction roman. macht es euch schön! ich wünsche euch alles gute!

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  5. maribey schreibt:

    „Ich wäre gerne mehr so wie Ich“ las ich gestern auf einer Karte.
    Ich finde gut, dass du den Schritt gegangen, vielleicht sogar gewagt bist. Leben ist immer ein Wagnis und es lässt sich am schönsten leben, wenn wir es so gestalten, wie es unsererm Herzen und unseren Träumen entspricht.
    Dein Gefühl der Erleichterung zeigt es klar, dass dieser Schritt der für dich richtige war. Toll!

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  6. patriciadenktsichwas schreibt:

    Zielvereinbarungen…wenn ich das Wort nur höre.

    Du hast alles richtig gemacht. Ein Job der dich nur quält, ärgert, nervt ist nichts was man auf die Dauer (ohne Schäden davon zu tragen) machen kann. Und auch nicht machen muss!

    Such Dir etwas, was zu Dir und Deiner Lebensauffassung passt. Vielleicht klappt es nicht sofort, aber du wirst einen finden 🙂

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  7. Anwolf - Unterwegs auch mit Hund schreibt:

    Ich kann deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen. Ich denke, es gibt einfach Menschen, die können sich besser in vorgegebene Systeme einfügen als andere. Ich habe auch sehr lange mit mir gehadert. Gerade das was du schreibst über deine Gedanken, dich mehr einzubringen und weniger zu zweifeln kenne ich nur zu gut. Aber all diese Bemühungen haben letzendlich nicht geholfen, einen Job zu einem „Traumjob“ zu machen. Jetzt habe ich die Konsequenz gezogen und mache mich selbständig. Ich wünsche dir alles Gute und bin mir sicher, du findest den Weg, der für dich passt. Viele Grüße von Andrea

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  8. Luca schreibt:

    BAMM! Spricht mir absolut aus der Seele! Deswegen fange ich nach der Ausbildung gar nicht erst richtig an, sondern haue direkt ab. 😉
    Dennoch: eine wahnsinnig mutige Entscheidung von Dir! Meinen Respekt, die wenigsten die wollen würden das wohl so „einfach“ machen! 🙂

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  9. gabriele15 schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser einzig richtigen Entscheidung! Wir leben auf diesem Planeten, um glücklich zu sein. Unser Potenzial zu entfalten sowie Kreativität und Schöpferkraft. Wir selbst entscheiden mit jedem Atemzug, ob wir so weitermachen oder etwas verändern wollen. Und nur wenn man bereit ist etwas loszulassen, entsteht Freiraum für Neues, andere Blickwinkel und Dinge, die zu uns passen… sich gut und richtig anfühlen.
    Ich habe letztes Jahr drei Kündigungen ausgesprochen und jetzt arbeite ich genau dort, wo ich restlos glücklich und erfüllt bin. Nur 3 km von meinem Wohnort entfernt. Mehr Lebensqualität, mehr Freizeit, mehr Geld, mehr Urlaub und genau am richtigen Platz. Wo ich alle meine gesammelten Erfahrungen in vielen anderen Tätigkeiten, Ausbildungen und dem Leben überhaupt einsetze. Zum Wohle aller anderen und vor allem auch: zu meinem eigenen! Mein oberstes Prinzip ist – egal ob Job oder privat – etwas zu verändern wenn’s nicht mehr passt. Denn keiner kann uns zwingen letztendlich, gegen die Stimme des Herzens zu agieren.
    Es ist toll, mutig, großartig… deine Kündigung! Genau zum richtigen Zeitpunkt, der sich für DICH stimmig anfühlt. Und jetzt wünsche ich dir mit diesem Befreiungsakt alles Glück der Welt.
    Liebe Grüße, Gabriele 🙂

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    • Carochan schreibt:

      Vielen Dank, liebe Gabriele, für diese motivierenden Worte 🙂
      Es freut mich zu hören, dass sich deine Entscheidungen am Ende dorthin gebracht haben, wo du hin wolltest.
      Viele Grüße und einen schönen Start in die Woche!

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  10. fingerphilosoph schreibt:

    Sich selbst treu zu bleiben, ist der einzige Weg, den Mensch in dieser verrückten Welt überhaupt noch gehen kann. Wer in einem Job bleibt, in dem er unglücklich ist, betrügt nicht nur sich selber, sondern auch die Anderen, die Gesellschaft, das Leben.

    Dass Konzerne heutzutage eine derartige Macht haben, verdanken sie ja auch zu einem guten Teil Leuten, die sich selbst nicht treu geblieben sind. Sich treu bleiben heißt, dass man nicht manipulierbar ist.

    Deshalb herzlichen Glückwunsch, ein gutes Jahr 2017 und viele spannende Erlebnisse.

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  11. Reiner schreibt:

    Da bleibt dir nur alles Gute und viel Glück zu wünschen!

    Es gibt Grenzen, wenn diese überschritten werden, ist eine ungesicherte finanzielle Zukunft das kleiner Übel, ich weiß. Für mich immer genau dann, wenn die eigene Gesundheit massiv gefährdet ist.

    Selbst bin ich eher der Beständige, Gegenwind und komische neue Regeln fordern mich heute heraus. Zumal irgend etwas immer im argen ist, alle kochen nur mit Wasser und selbst bin ich lange genug im Geschäft, um manchen Kaufleuten die Meinung zu sagen.
    Aber – wie gesagt, alles hat Grenzen.

    Grüße & gutes Gelingen!

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  12. magguieme schreibt:

    Da erkenne ich mich doch in einigen Zeilen wieder. Danke für deinen Mut und dein Aufbrechen. Niemand tut etwas nur für sich alleine. Meine Abers zu deiner Aufforderung am Schluss lasse ich verklingen und werde achtsam und wachsam auf meine Gelegenheiten warten.

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  13. ...der Berliner schreibt:

    Ich habe vor zwei Jahren unfreiwillig meine Kündigung eingereicht, weil ich meiner Frau versprochen hatte: Wenn ich in Rente gehen kann, dann mache ich dass!
    Ich habe sehr gern gearbeitet und mich mit meinem Job identifiziert. Ich konnte meinen Beruf mit Inbrunst ausführen, da er ein Kindheitstraum von mir war. Auch heute noch arbeite ich drei Stunden Samstags, weil ich nicht die Finger vom Job lassen kann. Aber spätestens 2020 ist endgültig Schluss.

    G. l. G. Jochen

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    • Carochan schreibt:

      Hallo Jochen, das ist toll. Ich freue mich, dass du deine Berufung gefunden hast. Wie viele können schon von sich behaupten, dass sie freiwillig zur Arbeit gehen? Lieben Gruß zurück und einen guten Start in die neue Woche!

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  14. hausauspapier schreibt:

    Ich freue mich sehr mit dir, denn: ich habe erst gestern gekündigt 😉 Weil ich frischen Wind brauche und dann, wenn er weht, Windmühlen bauen werde 😉
    Kennst du das Video von Shaban und Käptn Peng „Kündigung“? Hab ich gehört auf dem Weg zur Kündigung. Viele Grüße!

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  15. bilere schreibt:

    Das ist generell ein schwieriges Thema. Einen zufriedenstellenden Job zu finden ist fast so schwer wie einen Sechser im Lotto zu bekommen. Man soll sich aber trauen, zu kündigen, wenn man gute Gründe dafür hat. Danke für den Beitrag. Lg bilere

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  16. Bri schreibt:

    Noch leben wir in einer Arbeitsgesellschaft – die Menschen definieren sich über den Job, wer nicht in Lohn und Brot steht, muss sich ständig erklären. Aber das ändert sich – und das ist gut so. Natürlich braucht jeder sein Auskommen oder Einkommen 😉 – aber es gibt wichtigeres, als Dinge anzuhäufen … Zeit verbringen, Momente sammeln. Trotzdem mutig und ich werde Dir bei deinem Weg gerne folgen. LG, Bri

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  17. Videbitis schreibt:

    Super, das solletn viel mehr Leute machen, dann könnten die sich ihre Zielvereinbarungen sonstwo hinschieben. Ich selbst habe gerade meine Arbeitszeit um 50% gekürzt, der Vollzeitjob macht mich krank – interessant, wie die Umwelt darauf reagiert: Von „völlig verrückt“ bis „mutig!“ ist alles dabei, und nichts trifft es so richtig. Ich glaube nicht, daß der Mensch dafür geschaffen ist, in einem von einer Stempeluhr überwachten Arbeitskorsett Tätigkeiten auszuüben, die mit ihm selbst überhaupt nichts zu tun haben und nur dafür sorgen, daß andere so viel Reichtum aufhäufen, daß sie es selbst dann nicht ausgeben könnten, wenn sie noch drei Leben vor sich hätten. Also: Glückwunsch für den Entschluß. Ich hoffe, Du kommst finanziell über die Runden – das ist ja oft der einzige Grund, weshalb man diesen menschenfeindlichen Arbeitszirkus überhaupt mitmacht.

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    • Carochan schreibt:

      Gute Entscheidung von dir und sehr passend, dass du das schreibst! Für mich kommt auch nur noch ein Teilzeitjob in Frage und mit dieser Aussage bekomme ich ähnliche Reaktionen, wie du! Trotzdem bleibe ich entschlossen dabei. Der Preis den ich dafür zahle ist ein geringeres Einkommen. Was ich aber dafür bekomme, ist um Vielfaches wertvoller – nämlich Zeit!

      Viele Grüße

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  18. Corinna schreibt:

    Ich verstehe Dich voll und ganz. Mir hat mein Job zwar Spaß gemacht, aber ich weiß nicht, ob er das heute noch tun würde, denn das Klima in meiner Ex-Firma hat sich inzwischen verändert so wie in Deiner.

    Ich wünsche Dir, dass Du den richtigen Weg für Dich findest! Manchmal bin ich immer noch überrascht mit wie wenig von der Sicherheit man leben kann, die einem in Deutschland so eingeredet wird, damit man möglichst viele Versicherungen und andere Verpflichtungen hat. Erhalte Dir Deine Gesundheit und finde eine Arbeit, die Du Dein ganzes Leben lang mit Freude machen können wirst! Viel Erfolg!

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    • Carochan schreibt:

      Hallo Corinna,
      da stimme ich dir zu. Leider habe schon öfter gelesen, dass diese Ängste beim Menschen absichtlich geschürt werden, damit andere davon profitieren. Gruselig. Umso wichtiger ist es wirklich objektiv zu bleiben und so viel wie möglich zu hinterfragen 😊
      Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche.
      VG Caro

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      • Corinna schreibt:

        Ich stimme Dir zu. Man sollte wissen, was für einen persönlich am Wichtigsten ist. Dann ist es leichter, Angebote zu hinterfragen. Ich kann jeden verstehen, dem die höchstmögliche Sicherheit im Leben wichtig ist. Ich hoffe aber für diejenigen, dass Sicherheit – egal zu welchem Preis – nicht trotzdem nur eine Illusion ist.

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  19. Zorica von natuerlichschmeckts.com schreibt:

    Du hast die richtige Entscheidung getroffen! Ich kenne viele Menschen, welche permanent über ihren Job schimpfen und keinen Mut haben etwas daran zu ändern. Das Sicherheitsdenken ist bei den meisten sehr groß (muss es auch in bestimmten Fällen vielleicht sein), aber ich denke, dass man nach so einem Sprung in kalte Wasser mehr bewegen kann, als wenn man sich aus einem festen Job heraus versucht seinen Job zu wechseln.

    Gefällt 1 Person

  20. Dagmar schreibt:

    Ein toller Artikel, da hast Du sicher vielen direkt aus dem Herzen gesprochen!
    Wir sollten viel mehr von dem tun, was uns glücklich macht, anstatt immer „auf Nummer Sicher“ zu gehen. Das Leben ist so kurz.

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  21. fraeuleinsowieso schreibt:

    Glückwunsch für diese Entscheidung!🙂
    Toller Beitrag 😊 hab ihn mit Interesse gelesen und ich muss sagen er macht einfach Mut😊 ich wünsche dir viel Glück auf deinem weiteren Weg und hoffe das du genau das machst was dich glücklich macht! Liebe Grüße
    Fräuleinsowieso

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  22. 3D-Bogenblog, Andrea C Schäfer schreibt:

    Hallo Caro,
    Bloggen erzählt nicht nur, sondern führt Leute zusammen, die sich irgendwo da draußen vielleicht nie begegnen.
    Den Artikel über die Kündigung und das „Reise-Geständnis“ habe ich heute gelesen, und es passt ja auch thematisch zusammen. 😉

    Mit „Zielvereinbarungen“ lebe ich jetzt seit ein paar Jahren. Bei uns wird das nicht wirklich gelebt, da habe ich noch Glück. Aber ich kenne Kollegen, die darunter sehr leiden … Daher würde ich heute bei der Berufswahl wohl anders vorgehen als damals, als die Arbeitswelt noch deutlich anders gestrickt war und man sich mehr einbringen konnte. Aber auch da gab es schon Arbeitsverhältnisse, die nicht „gingen“. Und Lebens- und Berufswege ändern sich. Daher habe ich auch mehrmals gekündigt und mir in anderen Städten/Gegenden ein neues Leben aufgebaut. Und erlebt: es wird besser! Man muss sich erst mal überwinden, auch Durststrecken überstehen, aber Angst ist ein schlechter Ratgeber. Da ist das „kalte Wasser“ dann der bessere Weg – und man wird dafür belohnt!

    „Wenn nicht jetzt, wann dann!?!“ ist inzwischen ebenfalls mein Motto geworden. Ich kenne es gut, lange in einem ungeliebten Job gefangen zu sein. Und lange habe ich mich nicht getraut, etwas daran zu ändern. Sicherheit ist schön, aber sie kann auch lähmen. Ich sehe das auch so wie du: Ängste werden in unserer Gesellschaft gezielt geschürt, um Geld zu verdienen. Der ganze Versicherungssektor lebt davon (auch wenn einige wenige Versicherungen wirklich sinnvoll sind!).

    Die Veränderungen, die ich für mich erreicht habe und anstrebe, haben Hintergründe, die von außen betrachtet nicht schön sind. Ich war lange krank, mit starken Schmerzen. Aus dieser Krankheit heraus habe ich die erste Veränderung beschlossen: Arbeitszeit reduzieren und etwas lernen, was wirklich Spaß macht. Seitdem bin ich teilzeitbeschäftigt und selbständig. Auch wenn ich seitdem öfter am Wochenende arbeite, hat mir das einen immensen Zeitgewinn verschafft. Denn ich kann meinen Tag gestalten. Und wenn ich mittags das Büro verlasse, fängt meine persönliche Freiheit an. Habe ich nachmittags keinen Kundenauftrag, gehe ich Bogenschießen, in den Wald oder lese ein Buch.
    Die letzten Jahre waren geprägt von Krankheiten und Todesfällen im Familien- und Freundeskreis. Neben der Belastung stellt sich natürlich die Frage, wie man sein eigenes Leben bewertet. Und wenn diese Bewertung nicht so gut ausfällt: was kann und will ich ändern? Manchmal kann dieser Frust sogar in eine Depression münden, bis und bevor man es wirklich angehen kann.

    Bei mir führten diese Erlebnisse zu verschiedenen Auswirkungen und Zufällen. Das Wort „Zufall“ sehe ich im Wortsinn: es fällt einem etwas zu! Das anzunehmen ist nicht immer einfach, aber man kann diesen Zufall nutzen!
    Zum 50. Geburtstag habe ich es mir gegönnt und war sechs Wochen in Südafrika! Es war nicht leicht, sich hier aus dem Berufsleben loszueisen. Und meine Katzen mussten solange zu Freunden umziehen. Aber das Erlebte möchte ich keine Minute missen! Afrika macht etwas mit einem! Reisen war mir immer wichtig, und ich habe schon ein gutes Stückchen von der Welt gesehen. Aber in Afrika zu leben und zu arbeiten, so richtig in die Kultur einzutauchen, war doch etwas ganz anderes! (www.wildcatz.de) Ich kann immer noch die Bilder und Gerüche hervorholen – und ich war nicht das letzte Mal dort!
    Mit 51 habe ich das Bogenschießen entdeckt – und es ist ein großer Teil meines Lebens geworden. Es ist nicht nur ein Sport, es lehrt fürs Leben. Konzentration, Fokus, Offenheit für eine Situation … und Menschen kennen lernen, die dieselbe Leidenschaft teilen.
    Fotografiert habe ich schon immer gerne, aber seit kurzem habe ich die Möglichkeit, es zu lernen. Nicht nur knipsen, sondern mit Kameraeinstellungen zu arbeiten, mal wieder Filme belichten und in der Dunkelkammer entwickeln. Spannend und toll!
    Das nächste „Abenteuer“ ist mein Vorruhestand, den ich im Herbst antreten kann. Finanziell muss ich kürzer treten, daher stelle ich mein Monatsbudget schon jetzt auf den Prüfstand, aber das gibt mir ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten!
    Es gibt so vieles da draußen, das ich noch entdecken und erleben will!

    2016 habe ich eine Reise gewonnen, die ich aufgrund der Kosten wahrscheinlich nie gemacht hätte! Natürlich kamen noch Kosten für Flug etc. auf mich zu, aber das Abenteuer in Italien auf dem Segelboot an sich war unbezahlbar! Zufall? Ja, Zu-Fall!
    Und deswegen muss man loslaufen, wenn die Gelegenheit sich bietet. Auch im Wortsinne! Ist Zeit für einen Spaziergang, dann geh‘. Und so ist es eben auch mit dem Reisen.
    Ich werde inzwischen gerne als „verrückt“ erklärt, denn alles ist gut außer „normal“ … 😉
    Bei der Hochzeit eines meiner Neffen hat das Brautpaar die Verwandten und Freunde den jeweils anderen vorgestellt (übrigens toll, dadurch lernt man die Leute kennen). Wie sagte Philipp: „und das ist meine tolle Tante, die hat in Afrika mit Geparden geschmust“! Da wurden diverse Augen kugelrund … 😉
    Hey, ja, das bin ich und bin stolz drauf!

    Meine Mutter hat in den ganzen sechs Wochen Südafrika nichts von mir gehört, weil sie kein Internet wollte. Also kein Skype, keine WhatsApp etc. Früher war das bei jeder Reise so, selbst wenn das nur eine Woche Skifahren in Österreich war. Das mit dem Sicherheitsdenken wird m.E. immer schlimmer, je besser man vernetzt ist. Wenn es Probleme gibt, gibt es überall auf der Welt Polizei oder Konsulate. Oder den ADAC. 🙂
    Natürlich: je länger man weg will/kann, desto schlimmer ist es für die, die nicht mit- oder wegkönnen. Da ich selbst auch über das Auswandern nachgedacht habe, kenne ich auch die Gedanken über die Menschen, die man zurück lässt. Aber es gibt für alles Lösungen, da muss man eben kreativ sein. Wenn man den Mut hat zu gehen, bringt man auch den Mut auf, seinen Lieben das zu sagen. Und wenn man den Mut für das Zweite nicht aufbringt, ist es vielleicht auch noch zu früh für den Mut Nr.1. Die Situation, in der man das sagt, hängt individuell von den Beteiligten ab. Meine Afrika-Pläne habe ich beim Mittagessen am Esstisch erzählt. Da das allen Beteiligten klar war, dass ich irgendwann mal nach Afrika gehe (mehr als mir selbst!), war das gar keine große Überraschung. Meine Chinareisen habe ich telefonisch angekündigt. Muss allerdings gestehen, dass ich noch nie länger als sechs Wochen weg war. Hatte also immer das Backup eines festen Jobs und einer Wohnung. Das macht es leichter: für einen selbst und auch für die Lieben zuhause. Denn man kehrt irgendwann wieder, zumindest ist das erst mal der Plan. Aber weiß man’s? 😉

    Mein Freund (Fotograf) schickte mir gerade einen Link, den ich sehr spannend finde, denn es geht um Internetkonsum und wie er uns blockiert. Setze statt „Fotografieren“ einfach dein Hobby oder Lieblingsbeschäftigung ein, und dann passt es ebenso. Also Rechner aus und etwas erleben! ;-)https://petapixel.com/2017/01/25/internet-addiction-killing-photography/

    Viel Spaß in Kanada! Ich war 2003 im Osten, und will irgendwann auch mal den Westen erkunden. Ich freue mich auf eure Berichte!

    Alles richtig gemacht, Caro. Neugierig sein und die Augen aufmachen: da wartet eine ganze Welt zum Entdecken!

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